Erste Mahnung schreiben: Vorlage und was erlaubt ist
Vorlage ausfüllen und kopieren
Ab wann darf ich mahnen?
Sobald die Rechnung fällig ist. Viele Betriebe schicken vorher eine freundliche Zahlungserinnerung, das ist aber keine Pflicht.
Wann ist der Kunde in Verzug?
- Mit einer Mahnung nach Fälligkeit (§ 286 Abs. 1 BGB).
- Ohne Mahnung, wenn du ein festes Datum vereinbart hast, zum Beispiel „zahlbar bis 15. November“ (§ 286 Abs. 2 BGB).
- Automatisch 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung (§ 286 Abs. 3 BGB). Bei Privatkunden gilt das nur, wenn auf der Rechnung ausdrücklich darauf hingewiesen wird.
Mahngebühren: was erlaubt ist
Die Mahnung, mit der der Kunde erst in Verzug gerät, darfst du nicht berechnen. Für spätere Mahnungen kannst du nur tatsächliche Kosten wie Porto und Papier verlangen. Pauschale Gebühren von 10 oder 20 Euro halten Gerichte in der Regel für zu hoch.
Verzugszinsen und Pauschale
| Privatkunde | Geschäftskunde | |
|---|---|---|
| Verzugszinsen pro Jahr | 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz | 9 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz |
| Pauschale | keine | 40 Euro (§ 288 Abs. 5 BGB) |
Den aktuellen Basiszinssatz veröffentlicht die Deutsche Bundesbank zweimal im Jahr.
Und wenn trotzdem nichts kommt?
Dann bleiben das gerichtliche Mahnverfahren, ein Inkassobüro oder ein Anwalt. Was sich wann lohnt, steht im Ratgeber Kunde zahlt nicht, was tun?
Hannes erinnert vorher freundlich und dann klarer, mit konkreter Frist und ohne Drohungen. So kommt es meist gar nicht erst zur Mahnung.
Häufige Fragen
Wie viele Mahnungen muss ich schreiben?+
Gesetzlich reicht eine Mahnung, um den Kunden in Verzug zu setzen. Üblich sind eine Erinnerung und eine bis zwei Mahnungen, bevor man ein Mahnverfahren einleitet.
Darf ich für die erste Mahnung Gebühren verlangen?+
Nein, wenn erst diese Mahnung den Verzug auslöst. Erst für spätere Mahnungen kannst du die tatsächlichen Kosten verlangen, pauschale Beträge halten Gerichte meist für zu hoch.
Muss eine Mahnung per Einschreiben verschickt werden?+
Nein. Eine Mahnung kann formlos per E-Mail oder Post kommen. Für den Nachweis vor Gericht ist es aber gut, wenn du den Zugang belegen kannst.